Thomas Kläber
Trügerisch ist die Stille
Die andersartigen Motivwelten des Fotografen Thomas Kläber
Mit seiner neuen Ausstellung „Trügerisch ist die Stille“ in der Cottbuser Galerie Ma/rie/mix 23 überrascht der Fotograf Thomas Kläber mit zwei jüngst entstandenen Bildfolgen. Waren kürzlich im Wendischen Museum unter dem Titel „Dorfbilder“ zahlreiche seiner Klassiker aus dem Landleben zu sehen, so wartet der Künstler hier mit zwei gänzlich anderen Motivwelten auf. Als Fotograf, der sich dem Dokumentarischen verschrieben hat, führt ihn seine präzise Beobachtungsgabe in Coronazeiten sozusagen direkt zu markanten Erscheinungen, die er in der aktuellen Bildfolge „Abstand“ festhält. Beklemmende Szenerien oder symbolträchtige Orte hat Thomas Kläber unter diesem Signum unserer Zeit hintersinnig zusammengetragen. Wobei seine Bilder über den konkreten Anlaß hinaus nicht selten auf befragungswürdige Erscheinungen im sozialen Raum verweisen.
Die zweite, bislang ebenfalls noch nicht gezeigte Fotoserie trägt die Überschrift „Eiszeit“. Bei vielen winterlichen Spaziergängen machte der Fotograf immer wieder wunderbare Entdeckungen im Mikrokosmos von Eis und Schnee. Und es fasziniert, was er in der Natur an organoiden oder grafischen Strukturen, die in phantastische Reiche entführen, festzuhalten vermag. Wobei Kläber, dem Thema subtil folgend, bewußt die Farbe herausnahm und die Kontraste verstärkte.
Da stehen sich die unterschiedlichen Erscheinungswelten gegenüber – und gehen doch unter dem Ausstellungstitel eine Verbindung ein.
Jörg Sperling
Kläber-Ausstellung verlängert
Die Cottbuser Galerie MA/RIE/MIX 23 in der Marienstraße 23 hat sich aufgrund der aktuellen Coronalange entschlossen, die gegenwärtige Ausstellung des Fotografen Thomas Kläber bis 5. März zu verlängern.
Unter dem Titel „Trügerisch ist die Stille“ präsentiert der Fotokünstler zwei erstmals gezeigte fotografische Folgen: „Abstand“ (2020/21) und „Eiszeit“ (2008-2017). Erstere paßt mit den gut 50 Aufnahmen haargenau in diese spannungsgeladenen Pandemiezeiten. Dem längst im Alltagsgebrauch eingeschliffenen Begriff gewinnt der Künstler erstaunlich neue Tonarten ab. Aber stets geht der Fotograf, wie er es einfach formuliert, von den Gegebenheiten aus. In einer immer komplexer werdenden Welt der gelungene Versuch, sich mittels Kunst Klarheit zu verschaffen. Beklemmende Szenerien oder symbolträchtige Orte hat Thomas Kläber unter dem Signum unserer Zeit hintersinnig zusammengetragen. Wobei seine Bilder über den konkreten Anlaß hinaus nicht selten auf befragungswürdige Erscheinungen im sozialen Raum, als Sprach-Barrieren-Raum, verweisen. Das jener unter Hochspannung steht, zeigt der oft aggressive, gelegentlich hilflose oder gar poetische Versuch der Mitteilung. Unserer Gesellschaft mangelt es deutlich an Streitbarkeit. Ich weiß nicht, ob Kunstwerke in diese Lücke springen können, doch zeigen die Fotografien von Thomas Kläber, was möglich ist, wenn wir Betrachter*innen aus dem Normalmodus austreten.
Jörg Sperling
Eröffnung:
29.10.2021, 20 Uhr
Ausstellung:
30.10.2021 - 29.01.2022 (verlängert bis 05.03.2022)
Geöffnet:
Do - Sa 19 - 22 Uhr
Ort:
MA/RIE/MIX 23
Marienstr. 23
03046 Cottbus
Tel 0355 / 620 23 253
galeriehaus23@arcor.de
www.galerie-haus23.de
Gespräch in der Ausstellung:
Am Freitag, den 12. November, um 20 Uhr,
mit Thomas Kläber, Klaus Trende und Jörg Sperling (mit Bilderverkauf!).